E D I T O R I A L — Dirk Eicken Alles und mehr Wir könnten sooo viele Geschichten erzählen von Erlebnissen mit unseren Gästen - wenn sie überhaupt erzählbar wären. Wenn die sprachlosen Augen, die sich
NaNum Berlin

E D I T O R I A L — Dirk Eicken

Alles und mehr

Wir könnten sooo viele Geschichten erzählen von Erlebnissen mit unseren Gästen - wenn sie überhaupt erzählbar wären. Wenn die sprachlosen Augen, die sich vor Glück mit Tränen füllen, wenn die Überraschungsblicke von Gästen, die anschließend gar nicht mehr fort wollen, weil sie immer noch mehr erfahren möchten, wenn die warmen Arme, die irgendwann gar nicht mehr anders können als sich zum warmherzigen Umarmen auszubreiten, wenn das schnippische, kecke, und schlagfertige Lachen und das darauf folgende hemmungslose Gelächter, ja die ganze Heiterkeit und Freude im Gastraum darstellbar wären, beschreibbar wären und nicht sogleich abrutschten in selbstgefälligen Kitsch – ja dann, dann könnte ich davon beide Hände voll erzählen. So aber verkneife ich es mir und denke, es sind eben gerade schon zu viele solcher Zeilen geworden.


Gestern habe ich einem Freund beim Texten für seine Rede beigestanden, die er auf einer der aktuellen Demonstrationen gegen rechtsradikalen Hass halten wird, eine so schwere, schwierige und dringende Aufgabe, ob ich helfen konnte weiß ich nicht. Es sind diese zwei Welten, die beide zeitgleich – wie soll man das verstehen? - da sind, die eine, die nur Hass und Abgrenzung und Verleumdung und Angst säen kann, und die andere, die mutig, offen, inspirierend vielgestaltig nach vorne schaut, im Geiste einer für alle lebenswerten Welt. Ja natürlich wollen wir das Vielgestaltige! Wollen eine freie und faire Welt, in unserem kleinen Rahmen versuchen wir das Beste, wollen daran mitwirken, mit ungebrochenem Elan - - im Verhältnis dazu, neben dieser Aufgabe sehen andere Dinge gleich viel unwichtiger aus, steigende Kosten, gestiegene Mehrwertsteuer (eine, die falsche Signale setzt), Sorgen wirtschaftlich zu überstehen in der aktuellen miesen Stimmungslage, alles nachrangig!


Und dann denke ich so bei mir, nun es sind doch gerade diese unerzählbaren Erlebnisse, die eigentlich erzählt werden müssten, die so lebensnotwendig sind und das Schmierfett geben untereinander, die ein gemeinsames Band flechten, damit die Gegenwart erträglich ist, damit wir uns in die Augen schauen können, damit Hass und Lüge keine Chance haben....ich breche hier ab, es ist wirklich nicht erzählbar.

*

Neue Menüs

Es hat etwas länger gedauert, vieles wurde ausprobiert, am Ende mussten wir die Neuheiten dann auf eine kleine Auswahl reduzieren, wir hoffen, dass es eine runde Sache geworden ist.

Im 5 Gänge Menü sind drei Gänge neu, im 7 Gänge Menü am Freitag und Samstag sind weitere vier Gänge ganz neu entstanden. Wieder dabei natürlich Seaweed und trockengereifter Fisch, wie gewohnt viele fermentierte Zangazi’s und natürlich wieder vegetarische Ausrufezeichen, die in Konkurrenz zum Fleisch um die Gunst der Gaumen wetteifern.

Dazu ein neu zusammengestelltes Pairing mit schönen Naturweinen oder mit alkoholfreien Alternativen, die sich nicht verstecken müssen.

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eat!berlin


Dieses Jahr sind wir erstmals bei der eat!berlin dabei. Zusammen mit Jonas Merold bereiten wir ein 8 Gänge Menü vor. Dafür wurden 4 Produkte ausgewählt:

- der lange gereifte Schweizer Käse Belper Knolle, sicherlich für die käseferne koreanische Küche eine kleine Herausforderung
- trocken gereifter (dry aged) Fisch. Mal sehen, welcher nachhaltig gefangener Fisch im Februar an die Angel oder ins Netz geht.
- Safran, das Luxusgewürz in seiner allerbesten Qualität hier aus Brandenburg, eine Hymne auf die Hände Arbeit
- der Arme-Leute-Spargel Schwarzwurzel

Zu diesen Produkten kochen Jonas und Jinok jeweils ein Gericht, so dass insgesamt 8 Gerichte serviert werden, also ein spannender Vergleich zweier Küchen und zweier Kulturen.

Dazu wunderbare Weine vom Rhein von Bio-Winzer Kai Schätzel.

aus dem Programmheft der eat!berlin

Workshops

Auch dieses Jahr soll es wieder ein paar Workshop geben und dem Hype auf traditionelle sowie moderne Formen der Fermentation eine Anlaufstelle geben. Wir haben den Eindruck, dass langsam ein breiteres experimentelleres Verständnis für die Möglichkeiten des Fermentierens entsteht und nicht nur sauer Einlegtes damit in Verbindung gebracht wird. Da wollen wir natürlich weiter kräftig helfen.

Wann die genauen Termine stattfinden, ist noch nicht ganz entschieden und wird rechtzeitig im Newsletter bekannt gegeben. Einmal wird es um die Geheimnisse des KimChi gehen und ein anderes Mal um Znagazi’s, dem koreanischen Universum der tausend Möglichkeiten des würzigen Fermentierens. Vielleicht kommt noch ein dritter Workshop dazu, mal sehen.

Herzliche Grüße
aus dem NaNum

 MENÜKARTE 
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NaNum, Lindenstraße 90, 10969 Berlin, Deutschland

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