Editorial Dirk Eicken 2011 - 2018 - 2025 Als wir im Jahr 2011 zusammen mit Anderen eine Baugruppe initiierten und uns um ein Grundstück bewarben, ahnten wir nicht, wohin uns diese Pläne noch führen wü
NaNum Berlin

Editorial Dirk Eicken

2011 - 2018 - 2025

Als wir im Jahr 2011 zusammen mit Anderen eine Baugruppe initiierten und uns um ein Grundstück bewarben, ahnten wir nicht, wohin uns diese Pläne noch führen würden. Unser Fokus lag woanders. Jinok hatte gerade eine Gastprofessur in Korea und ich war mit großformatigen Bildern für mehrere Ausstellungen beschäftigt.


Dann erhielten wir den Zuschlag für das Baugrundstück. Erst jetzt wurde die Idee geboren, außer einer Genossenschaftswohnung und einem Atelier auch einen Ort zu schaffen, wo Jinoks Keramik ausgestellt werden kann und wo ihre Kochkünste zur Geltung kommen. „Zurückgeben“ wolle sie. Alles das, was sie aufgrund eines DAAD-Stipendiums in den vergangenen Jahrzehnten erfahren durfte, wolle sie nun mit Einblicken in die koreanische Kultur zurückgeben.


Dass daraus das NaNum in der heutigen Form entstand, ahnten wir damals ebenfalls noch überhaupt nicht. Von Gastronomie hatten wir obendrein sowieso keine Ahnung, und so tasteten wir uns erstmal langsam an das Thema und die Realisierung heran. Denn bei allem Idealismus musste von Anfang an das Projekt wirtschaftlich funktionieren. Investoren im Hintergrund hatten wir nicht.


Danach stiegen wir langsam auch inhaltlich ein. Bald wurde klar, dass dem Wort „zurückgeben“ kein abstrakter emotionaler Impuls zugrunde liegt, sondern etwas Grundsätzliches. Vom Folkloristischen hatten wir uns schnell verabschiedet, lernten andauernd hinzu, es wurde wahnsinnig spannend, und wir stießen auf eklatante kulturelle Unterschiede, die unserer Meinung nach unbedingt auf den (Ess-)Tisch und in den (Denk- und Gefühls-)Raum gehören.


Die fremde koreanische Herangehensweise an das Kochen und Zubereiten - fremd nach westlichem Verständnis - versuchen wir seitdem immer pointierter, immer radikaler, immer ausschließlicher vorzustellen. Ja, und wagen, sie gegen die üblichen, westlichen Kriterien einer feinen Küche zu behaupten. Warum? Weil wir glauben, dass sie für eine zukünftige Esskultur eine zielführende Inspitationsquelle darstellt.


Wie es scheint, geben unsere Gäste jeden Abend uns recht. Sind erstaunt, begeistert, immer wieder hören wir: so etwas habe man noch nicht erlebt. Das ist natürlich das Allerschönste. Ebenso freuen wir uns über die rote Haube des Gaut&Millau und die Auflistung im Guide MICHELIN, beides nun zum zweiten Mal. Da geht sicherlich noch mehr … wenn wir unbeirrt weiter an unserer Idee arbeiten.


Sieben Jahre sind inzwischen vergangen. Wir haben das NaNum durch Corona geführt, durch die Energiekrise und halten auch der von Kriegen gebeutelten Wirtschaftkrise tapfer stand – was bei allseits sinkenden Gästezahlen in der Gastronomie manchmal gar nicht so einfach ist. Deshalb hier kurzer Spoiler: Öffentliche kulturelle Orte, zu denen wir uns zählen, sind immens wichtig für eine lebendige Gesellschaft. Da hilft es nicht, sich zuhause einzugraben. Spoiler Ende. Wir jedenfalls machen weiter und gehen ins achte Jahr.

Sieben Jahre!

Am 17. Juni wollen wir das feiern. Passend zur Jahreszeit bereiten wir etwas Besonderes vor. Nur an diesem Tag bieten wir zwei der beliebtesten Sommergerichte in Korea an. Die berühmten kalten Nudeln! In der Variante mild und der Variante scharf. Mit und ohne Fleisch.

Ohne Scherz, ich könnte in beiden Gerichten am liebsten baden, so herrlich erfrischend sind sie. Schwer zu entscheiden, welches Bad ich vorziehen würde. Also aufgepasst, vormerken: am 17. Juli ab 19 Uhr gibt es kein 5-Gänge-Menü, sondern kalte Nudeln, bis der Topf leer ist.

Wer kommen will, hier anmelden, dann können wir besser kalkulieren. Spontan vorbeikommen geht aber auch.

Podcast Hörbar Rust vom 8. Juni 2025 Jahresheft des Tip Berlin über Brandenburg rbb - Der Tag

Passend zum Jubiläum hier drei Einblicke in die NaNumwelt, die vor kurzem erschienen sind.

Mittwoch - Samstag ab 19 Uhr

auf der Wein-Terrasse

Einmal Weißburgunder, zweimal Riesling, dreimal Rheinhessen: von der Stilistik total unterschiedlich. Die schon in zweiter Generation ökologisch engagierte Hanneke Schönhals, der hochgelobte und neue Wege gehende Kai Schätzel, und der feinsinnige stille Alexander Gysler. Drei ganz verschiedene Charaktere, alle auf dem Weg zur Wahrung der Natur, können bei uns abends gekostet werden. Und noch viele andere spannende Naturweine. Dazu sprudelige kühle Pet Nats und sehr feine alkoholfreie Köstlichkeiten.

Alles das auf der sommerlich warmen Terrasse direkt am Platz bei untergehender Sonne. Wer kein Menü essen möchte oder schon gegessen hat, bestellt ein paar hausgemachte Knuspereien, einen unserer tollen Weine und schaut sich den Abend lang tief in die Augen…

Stellenangebot

Wir suchen mal wieder: einen netten Menschen für den Service. Falls Ihr jemanden kennt oder Euch selbst angesprochen fühlt, hier weitere Infos:

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oder schreibt direkt an uns: nanumteam@gmail.com

Herzliche Grüße
aus dem NaNum

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