SchwärmereiManchmal - nein, stimmt nicht - des Öfteren höre ich aus der Küche plötzlich einen Aufschrei und Jinok schnalzt ganz genussvoll "ma schi zóooooooh!", was soviel heißt wie "hmmmmmmmmm lecker!". Aber noch viel mehr. Die Begeisterung gilt dann weniger ihren Kochkünsten, die sie gerade probiert, als vielmehr den Zauberkünsten der Natur, der Magie ihrer selbst erzeugten Verwandlung. Man kann das durchaus Schwärmerei nennen. Es stimmt ja, ein Gutteil unser beider Dasein ist der Schwärmerei gewidmet. So sind wir. Allerdings: ein ernster Hintergrund ist da schon immer mitgedacht. Natürlich ist uns bewusst, wie es um die Welt bestellt ist, auch wie armselig Essen als Rendite vermarktet wird. Und dass die Landwirtschaft zur industriellen Produktion degeneriert - mit fürchterlichen Auswirkungen für Leib und Leben. Doch was bringt das Räsonnieren, was bringen Protest und Anklage außer schlechter Laune, Ohnmacht und Angst? Politisch wird der Protest, das ist ja hinlänglich bekannt, erst in dem Moment, wo jemand es besser macht. Eine überzeugende Alternative vormacht. Einen anderen Vibe kreiert. Dazu gehören ganz viel gute Laune, Begeisterung und unbedingt das herrlich ungezwungene Schwärmen. Jinok schnalzt, schwärmt und lädt ein zu kosten. Wie großartig Lebensmittel, wie großartig die Natur sein können. Kosten, schmecken und erkunden. Mit guter Laune fängt bei uns gute und verantwortungsvolle Esskultur an. Ob der Funke überspringt? Aus dem Schwärmen dürfen gerne Schwärme entstehen. "ma schi zóooooooh!"
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