E D I T O R I A L — Dirk Eicken SCHLANGE Wir stecken noch im alten Jahr. Leider ward Ihr ein wenig voreilig mit den Neujahrsfeierlichkeiten. Und mit den Böllern und all dem Silvesterkram. Zu früh gefe
NaNum Berlin

E D I T O R I A L — Dirk Eicken

SCHLANGE


Wir stecken noch im alten Jahr. Leider ward Ihr ein wenig voreilig mit den Neujahrsfeierlichkeiten. Und mit den Böllern und all dem Silvesterkram. Zu früh gefeiert, bäh. Wirklich. Kein Scherz. Es sind noch immer ein paar Tage bis Neujahr. Noch ist Dezember, und der 1. Januar kommt erst demnächst, nämlich an dem Tag, an dem wir in Berlin irrigerweise glauben, es sei der 29. Januar. In Seoul aber ist Neujahr nicht am Neunundzwanzigsten sondern am Ersten. Und natürlich immer am Ersten, warum sollte es anders sein? Nur die Gregorianer, also wir hier in Berlin, errechnen auf ihrem Kalender den 29. Januar. So ist das zumindest in diesem Jahr. Nächstes Jahr rechnet der Gregorianer wieder ein anderes Datum aus. Jedes Jahr neu, jedes Jahr anders.


Das uralte Kalendarium in Korea stützt sich auf die Beobachtung des Mondes statt das sogenannte Äquinoktium auszurechnen, und ist viel verbreiteter auf der Welt als der gregorianische Sonnenkalender. La Luna sagt, wann es losgeht mit dem neuen Jahr, und zwar immer genau dann, wenn sie, la Luna, nach der Finsternis des Neumonds uns wieder anschaut.

Das Fest zum “vorsichtigen noch ungewissen Betreten des nächsten Jahres” („Seol Lal“) ist in Korea die wichtigste Feierlichkeit. Man tritt ein in das nächste Tierkreiszeichen. Ein Tier beschreibt ein Jahr lang das Jahr mit anderen Eigenschaften. Diese Mal verlassen wir das Drachenjahr und betreten das Jahr der Schlange. Die vielen schlimmen Verlautbarungen und unheilvollen Vorahnungen, die zurzeit in den Medien zu lesen sind: … man wird sehen, ob die Schlange sie geschickt einwickelt oder uns selbst zu verhängnisvoller Versuchung verführt.


Doch Seol Lal heißt auch, dass alle Menschen ein Jahr älter werden. Älterwerden ist keine mathematisch-numerische Angelegenheit, kein individueller Jahresrythmus seit dem Tag der Geburt, sondern der gemeinsame Eintritt in das Leben eines anderen Jahreslaufs. Älterwerden bedeutet, wir werden anders leben und um ein Tierkreisjahr reicher.


In Korea ist das Neujahrsfest eine riesengroße Angelegenheit. Man gedenkt der Ahnen der Familie, gedenkt der kosmischen Kräfte, erinnert Balance und Harmonie, besinnt sich auf die basalen Wahrheiten. Das ist mit rituellen Abläufen verbunden und mit gemeinsamen Speisen. Zum Neujahrsmahl gehören bestimmte Beilagen, die in der buddhistischen Tradition mit Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, mit Erde, Feuer und Wasser und mit den Himmelsrichtungen verbunden sind. Dazu schlürft man eine besondere Suppe. Sie ist herrlich rund und herzerwärmend, ist vollgepackt mit koreanischen Maultaschen (Mandu) und Reiskuchen (Tteok). Und nun kommts: aufgepasst! Es heißt, nur wer diese üppige, wunderbar sanfte Suppe gegessen hat, wird ein Jahr älter und tritt nur dann in das neue Jahr ein.


Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass ALLE diese Suppe essen, ist doch klar. Und das wollen wir mit Euch, mit unseren Gästen auch tun. Damit auch wirklich ALLE ankommen im neuen Jahr … und älter werden. Wir laden ein zum koreanischen Neujahrsessen nach traditioneller Art.

Mandu: Maultaschen für die Suppeneinlage

Seol Lal

Mittwoch, 29. Januar

19 Uhr

70,- Euro

3-Gänge-Menü mit Neujahrssuppe, mit verschiedenen Pancakes und Beilagen*
Dazu holen wie ein paar Schätze aus dem Weinkeller, die sind im Preis inbegriffen.
(alternativ feine alkoholfreie Begleitung)

 BOOKING 

*) Grundlage der traditionellen Neujahrssuppe ist ein Suppenfond aus hochwertigem Fleisch. Deshalb ist das Menü nicht ganz vegetarisch. Wer komplett vegetarisch essen möchte, möge das bitte bei der Buchung dazuschreiben; dann machen wir zusätzlich noch eine vegetarische Neujahrssuppe.

Übrigens

Wer sein eigenes Fest feiern möchte, mit der Firma oder mit Freunden oder mit der Familie, ist natürlich bei uns bestens aufgehoben. Wer so ein Event bei uns schon einmal erlebt hat, weiß, dass daraus ein bleibendes Erlebnis wird - und für manch einen sogar eine kleine neue Offenbarung. Also, am besten telefonisch melden und abklären, ob noch Platz ist oder wann man gegebenfalls das ganze Restaurant buchen könnte. Wenn der Termin etwas flexibel ist, schaffen wir das auf jeden Fall.

Gruppenevent Tel. +491772084785

Freut Euch aufs Schlangenjahr!

für die anderen Abende:

 MENÜKARTE 
 RESERVIEREN 

NaNum, Lindenstraße 90, 10969 Berlin, Deutschland

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