E D I T O R I A L — Dirk Eicken Freiheit Vor einiger Zeit hatten wir ein Erlebnis der Sonderklasse. Wir probierten einen neuen Wein. Und testeten, wie der Wein auf verschiedene Gerichte reagiert. Und
NaNum Berlin

E D I T O R I A L — Dirk Eicken

Freiheit

Vor einiger Zeit hatten wir ein Erlebnis der Sonderklasse. Wir probierten einen neuen Wein. Und testeten, wie der Wein auf verschiedene Gerichte reagiert. Und dann, bei einem Gericht: hat es uns umgehauen. Das ist natürlich Blödsinn, wir stehen immer noch aufrecht und sind immer noch bei Sinnen. Aber in dem Moment waren wir voll platt.

Der Wein war, wie bei uns immer, ein Naturwein, von einem Winzer, der viel experimentiert und sich nicht um Konventionen schert, und der wie viele Naturweinwinzer nicht auf maximalen Ertrag und nicht mit Zuschlagstoffen und stattdessen mit Spontanvergärung arbeitet, der also mit hohem Risiko etwas macht, was auch schiefgehen kann. Etwas, das mit herkömmlichen Weinen sowieso nicht vergleichbar ist. Dazu aßen wir ein Gericht mit selbst hergestellten Fermentationen, und wie so oft war das Fermentieren die Brücke zwischen Gericht und Wein.


Es fing mit ein wenig Wein an, interessant und farbig, entwickelte sich der Wein im Mundraum, daraufhin aßen wir und während der Geschmack des Gerichts noch am Gaumen lag, probierten wir den Wein ein zweites Mal, gar nicht viel - und, naja, und plötzlich explodierten die Aromen im Mund. Lange hielt das an und nahm uns langsam mit in Regionen am Fuße des Weinstocks, zu den Kräutern drumherum und zu den unsichtbaren Wurzeln, die in die Tiefe des Erdreichs vordringen. Angestossen von Speise und Wein, öffnete sich ein Türchen, von dort hallte ein starker, unmissverständlicher Ruf herüber, dass wir kleine Menschen hier an etwas Größerem teilhaben. Dabei aber nicht die Hauptperson sind.


Diese bodenständige, herzlich wenig esoterische Erfahrung sagte: Leute, der wirkliche Reichtum liegt vor Euren Füßen und nicht auf dem Konto. Der wahrhaft einzige Sieg ist nicht geopolitisch, und nicht technologisch zu erringen, sondern nur im Herzen. In der Freiheit unseres Geistes, da reinzuhorchen, reinzuschmecken. Sich zurückzunehmen.


Es ist nur ein kleines Beispiel, es gibt überall solche Momente, die Erfahrung aber, sie ist fundamental. Was würde nicht alles zum Guten gewendet, wenn Alle in diesem Geiste leben könnten – und dürften!

Süsskartoffelnudeln, Spargel, frittierter Reis

Das Menü aufgefrischt.

Passend zur Jahreszeit haben wir das warme Süppchen herausgenommen aus dem Menü. Es beginnt jetzt mit einem frischen und herzhaften Seaweed Salat aus Mi Yok Algen. Seaweed, ein Thema, das uns dieses Jahr noch außerordentlich beschäftigen wird. Demnächst mehr darüber in einem der nächsten Newsletter.

Und, na klar, Mai ist der Monat für Spargel. Der außergewöhnliche Geschmack gerade des weißen Spargels fasziniert uns immer wieder. Spargel hat im NaNum einen etwas anderen Auftritt, nicht mit Kartoffel, Hollandaise und Schinken, sondern kombiniert mit Nudeln aus Süsskartoffeln. Dazu ein Glas Roter Veltliner - ein wunderbares Zusammenspiel.

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Seaweed Salat “Mi Yok”

Ein endlicher Wein.

Für kurze Zeit haben wir einen ganz besonderen Wein in das Pairing zum Fischmenü genommen. Gerne würden wir diesen Wein, siehe oben, für längere Zeit einschenken, doch wie oft im Leben machen sich die wirklich feinen Dinge rar. Es gibt nur eine begrenzte Charge, und dann ist Schluss. Vielleicht, damit man achtsam umgeht mit dem lieben Gesöff, und es nicht einfach runtergurgelt. Fürderhin: wünschen wir uns kein versnobbtes Getue und Angeberei, sondern eher den dankbaren Fingerzeig, was die Natur uns so zu lernen aufgibt.

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fermentierte Kombucha von Muri und Bouche, edle Säfte von Wachstum König und Schmelzer, und Hausgemachtes

Ein Pairing ohne Alkohol.

Das ist jetzt eine etwas wagemutige Ankündigung, ja, und wir wissen, dass wir schon öfters danach gefragt wurden. Endlich trauen wir uns, ein alkoholfreies Pairing anzubieten, ab nächster Woche. Wir sind gespannt auf die ersten Reaktionen.

alte koreanische Holzflasche für Reisschnaps

Workshop
über fermentierte Zangazi

20. Juni
19 Uhr
50,- Euro
im NaNum
max. 30 Personen

reservieren hier

Im zentralen Menügang stellen wir verschiedene fermentierte Produkte puristisch vor, sowohl auf Basis von Pflanzen als auch mit Fisch und Fischrogen. Es sind die sogenannten Zangazi’s.

Dieser Workshop widmet sich den pflanzlichen Zangazi’s, den unzähligen Möglichkeiten der vegetarischen Fermentation von Kräutern, Blättern, Wurzeln, Zwiebeln, Blüten, Stengeln und Früchten, in koreanischer Methode, etwas anders als hier üblich. So Manches, was im Garten als Unkraut verschrien ist, erlebt eine ungeahnte Würdigung und bringt überraschende Geschmackserlebnisse.

Im Workshop wird die Geschichte der Zangazi’s, das Grundwissen ihrer Zubereitung, die Variationen und die Verwendung erklärt. Wir kosten gemeinsam fertige Zangazi’s.

Wahrscheinlich im Spätsommer werden wir wieder einen KimChi Workshop veranstalten. Auch da gibt es vieles Halbverstandenes, sowohl hier als auch in Korea. Wer bereit ist KimChi selber zu machen, den wollen wir gerne auf die richtige Spur zum eigenen Meisterwerk setzen.

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Herzliche Grüße
aus dem NaNum

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NaNum, Lindenstraße 90, 10969 Berlin, Deutschland

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