Was wäre wennVor einiger Zeit besuchten uns zwei Gäste aus Zürich. Sie hatten unser Buch gelesen und wollten uns daraufhin unbedingt kennenlernen. Herzlich liebe Menschen. Als das Küchenteam mit der Arbeit fertig war, luden sie es auf einen Drink an ihren Tisch ein, und wir beide, Jinok und ich, saßen zum Schluß auch noch bei ihnen und so kamen wir ins Plaudern. Sie schwärmten von dem Essen und von unseren Gedanken, die sie in dem Buch gelesen hatten, und meinten, dass so ein Restaurant in Zürich total fehlen würde. Sie fragten uns, ob wir das NaNum nicht in Zürich aufmachen wollen. Wir fanden das gar lustig, aber sie meinten es wohl ernst. Wir sagten halb scherzhaft, dass da aber sehr viel dranhängen würde, nicht nur das Restaurant sondern auch unsere beiden Ateliers, der Garten usw., und überhaupt würden wir ja als Ausländer gar keine Genehmigung erhalten, in der Schweiz ein Restaurant zu eröffnen. Doch sie waren unbeirrt und meinten, all das ließe sich regeln. Nunja. Vielleicht lesen die beiden aus Zürich diese Zeilen und müssen schmunzeln. Auch wir müssen schmunzeln. In unserem Alter eine solche Veränderung zu bewerkstelligen, wäre schon eine sehr sehr verwegene Tat. Klar, wir klammern an nichts und sind immer bereit für Veränderungen. Und klar, wir lieben Berlin, das Weitläufige und die Offenheit in dieser Stadt. Andererseits, liebe Menschen und schöne Begegnungen findet man überall. Bei all der Konzentration auf unser Projekt, das NaNum, und die Botschaft, die wir damit in die Welt tragen wollen, bei all der Konzentration auf die Weiterentwicklung der Küche, auf die Einfachheit, die Klarheit der natürlichen Sprache, auf das Weglassen (wie wir es gerade in der Podcast Folge 2 beschrieben haben), blieb ein Moment des Schwankens … was wäre wenn, liebe Gäste, liebes Zürich. Ein Schmunzeln bleibt.
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